Heya!
Ich sammle hier Worte, die ich gesagt, geschrieben oder mit anderen geteilt habe: Predigten, Texte, Kolumnen – und gelegentlich auch Stimmen von aussen über meine Arbeit.
Vielleicht findest du etwas, das dich begleitet.
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Predigten III
Hier findest du meine Predigten der letzten Jahren.
Predigt 22.09.2024 – Johanneskirche, Bern
Jotamfabel – Richter 9
Predigt lesen – Mundart
Liebi Gmeind, vori, wo mer dä Text us em Richterbuech 9 ghört hei, han is rächt neutral gläse. U i träge dä letscht Vers us dere Jotamfable no einisch e chli angers vor. Dr Dornbusch seit zu de Böim: (mit fieser Stimme) “We dr würklech mi weid saube, dass ig öie Chönig bi chömed, chömed nume zu mir i Schatte. U we aber nid u we dr aber nid bim Dornbusch Schutz sueched, de schickt er Füür. D Zeedere vom Libanon si glii verbrönnt i Schutt u Asche. Chömed nume. chömed nume, zu mir i Schatte cho Zueflucht sueche”. Dr ei zersch abgwunke. Dr Ölboum, dr Figeboum u dr Wiistock. Die hei nid wöue König wärde, wo si vo dr Bäumeversammlig si agfragt worde. Ihri Frucht bringe u drmit Götter u Mönsche glücklich mache, das isch ihri Bestimmig. Sie hei gfunge, was sie wei u chöi u sträbe itz äbe nid drnah, über angerne z’trohne, so wie me das o chönnt übersetze, wes heisst, “sollte ich mich wiegen über den Bäumen”. Dr Ölboum, dr Figeboum u dr Wiistock hei das Agebot über de Böim ds trohne usgschlage. Sie wei nid über angeri herrsche, es isch ne gnue, dass sie Frucht u drmit Freud bringe. Dr Dornbusch, dä reagiert angers. Es tüecht mi i däm Text, är schiint sälber echli überrascht z’sii, dass sie grad ihn frage. “Wenn ihr wirklich mich salben wollt, damit ich König über euch bin.” We dir tatsächlech weit, de chöit er scho. U är git o scho grad sis königliche Programm düre. We i de König bi, de erwarte ni de öppis vo öich. U we das, woni erwarte, nid zuetrifft, de schickeni Füür, Zerstörig und Schmärz. Dr Dornbusch, we mer ehrlich si, het ja o nid viu angers zbiete. E Frucht, wo öpper em Fröid macht, treit er nid, sondern Stachle, wos eigentlech schwierig mache, bi ihm Zueflucht u Schatte z’finge. U dä seit itz, ja, we dr mi zum König weit, i säge sicher nid ab, i nihme das Agebot scho aa. Was mir bim Läse vo däm Text o no grad düre Chopf gange isch: Wo d’Boumversammlig zum Dornbusch cho isch mit dr Frag, öb är wott König wärde, seit är: “We dir mi weit zum König saube…” Steuet nech das Bild mau vor, weme e Dornbusch wett iisaube? Das stelle ni mir bi de angere Böim Öl, Fige u bim Wiistock viel eifacher vor. Scho bim Saube vom Dornbusch, scho bim Vorstelle, dass me dä itze wett saube, müesst eim klar wärde, das wird schmärzhaft, we dä König wird. Das chunnt nid guet. U hie änded die Fable, wo dr Jotam de Lüt vo Schechem verzellt het. (…) Är het das de Lüt vo Schechem verzellt, für die Stadt z’warne. Aber i muess e chli wiiter vore afah. Dr Jotam isch eine vo 70 Söhn vom Gideon. U dr Gideon isch e sogenannte Richter gsi in Israel. Das heisst, er isch ebe nid König gsi. Aber we d’Lüüt Frage, Strittigkeite gha u Beratige bruucht hei, de si sie zu ihm cho u är het nach bestem Wüsse u Gwüsse gholfe. Ömu am Afang vo sim Läbe. Im Kapitel 8, also grad im Kapitel vor dr Jotam-Fable im Richterbuech, säge d’Lüt vo Israel zum Gideon scho einisch: “Wird du üse König!” U sini Antwort isch: “I wirde nie über öich herrsche u mi Sohn o nid. Dr Herr allei söll über öich herrsche.” U wo de dr Gideon aber gstorbe isch, het das wie so oft es Machtvakuum usglöst u dr Abimelech eine vo sine Söhn het sich gseit: “We mini viele Brüetsche nid wäre, de wär ig eleini dr Nachfolger vom Gideon u i müesst das höche Amt nid mit ihne teile.” U drum het er alli sini Brüetsche umbracht. Allerdings äbe nid ganz alli. Dr Jotam isch drvo cho, wöu är sich versteckt het gha. Är isch dr jüngscht vo de Söhn vom Gideon gsi. U irgendwie hei d’Lüüt vo Schechem aber nid ganz begriffe, mit wäm dass sis da mit em Abimelech z’tüe hei. Wüu sie hei ne du tatsächlich zum Chünig gmacht. U nachdäm, dass das passiert isch, het dr Jotam sini Fable verzellt, die Fable vo de Böim, wo mer vori ghört hei. U drmit d’Lüüt drvo gwarnet. (…) “Weit dir würklech eine aus König isetze, wone Massemörder isch, wo nid drvor zrüggschreckt, sini Macht z’bruche, misszbruche ufene ganz, ganz scheussliche Art?” Es isch klar, dass mit em Dornbusch dr Abimelech gmeint isch, wo für d’Lüt vo Israel und Schechem sicher nid e guete Beschützer wärd si, sondern viel meh e Gfahr. Äbe e Dornbusch mit Stachle, wo verletzt und nid e Figebaum mit feine Frücht. (…) Die Thematik Macht, Machtmissbruch, wie göh die Obere mit de Ungere um, die wird im Alte Testament vo dr Bibel immer wieder ufgnoh. Es isch das, wo d’Bibel unger angerem für mi so faszinierend macht, dass drbii aber de nid eidütig isch, öb ds’Chönigtum als problematisch oder nid problematisch agluegt wird. Es git Texte im Alte Testament, die si pro Chönigtum. All die Gschichte übere Chönig David und mir heis vori gsunge all die Gschichte über d’Herrlichkeit vom Salomo. U es git aber o Texte, wo em Chönigtum gägenüber kritisch si. Was aber aune Texte glich isch, was sie alli gmeinsam hei, isch, öb mit Chünig oder nid, z’lose uf Gott isch das, wo massgäbend isch. Wär Macht het, söll sech bewusst sii, dass die Macht nid ohni Pflichte chunnt u im Lose uf Gott sölle die Pflichte usegfunge u äbe o pflichtbewusst drnah ghandlet wärde. Und me cha scho säge, we me sech die Gschichte vom Alte Testament au so chli vorstellt, dass es eigentlech en Anenanderreihig vo Gschichte isch, wo Macht usgnützt und missbrucht wird – u das vo de Autore vo de biblische Büecher immer wieder kritisiert wird, im Bezug uf Gott. Du König oder du Afüehrer weissch, dass du nid dr Höchst bisch. Also blaasst die nid zum Höchste uf. Dr Mose, dr Abraham u o dr König David. Bi all dene Figure chunnt das Thema früecher oder speter uf also nid nume bi so schreckleche Gstaute wie bim Abimelech, wo zum Massemörder a sine Brüetsche wird. Eini vo de gröschte Sünde, wo vom König David verzellt wird, isch dass er das Volk zähle liess. Er het e Volkszählig düregfüehrt. Und da, dass er das gmacht het, die Volkszählig, da isch er ufe Holzwäg cho. Da het er sini Macht missbrucht, nach de Texte vom alte Testament. Wüsst er wieso? (…) Eine, wo sis Volk laht la zelle, dä steit afe mau über de angere. Wüu er zellt ja die angere. Aber es geit no wiiter. Er weiss nämlech när 2 Sache. Er weiss, wie viel Stüüre dass er zguet het, wenn er ds’Volk zellt het. Und er weiss, wie gross dass sini Armee isch. wenn er weiss, wie viu Manne dass er da zur Verfüegig het. D’Sünd isch drinne, dass si Fokus falsch isch, so säges die Texte. Er wott sech nämlech la diäne, anstatt dass er sis Chünigtum als Dienst a de Mönsche versteit. Nei, säged da die biblische Texte. Als Afüehrer vom Volk, als Afüehrer vore Gruppe, bisch nid dä, wo mer ihm muess diäne, sondern du bisch eifach der erscht Diäner. U so cha dr David ein Mann nach dem Herzen Gottes zumene Dornbusch wärde, wo dr Fokus verlaht, wo nid im Dienst vo sim Volk steit, sondern die Lüt für sich wott la schuffte. U i Frage welle wo hüt nach Macht schtrebt macht das, wöu er angerne wott diene? Wär, wo chürzlech gwählt worde isch oder i de nächste Wuche u Monet gwählt wird, gseht sis höche Amt aus e wahrhaftige Dienst a de Lüüt? D’Antwort? Die, wo ne Stimmzettel hei, hei d’Möglichkeit, mit däm Stimmzettel e Antwort uf die Frag z’gäh. (…) O Jot Amfable wird auso nid s’Chönigtum grundsätzlech aus schlächti Regierigsform beschribe. Aber es wird ufene ganz bestimmti Person, nämlech em Abimelech, agwändet u drmit gseit, we der e Massemörder über öich als Chönig isetzet, wunderet nech de nid, we das Schmerze zur Folg het. Wie, we dir ine Dornbusch ine hocket. Mer lueg itz no ufene angere Chünig. Eine, wo o mit Stachelä und Dornä im Zämehang steit. O im nöie Testament vor Bibel chöme Chünige vor. U vo däm, wo nid jetz wott rede, isch dr Chünig vo de Chünige. King of Kings. Er het e Thron u er treit e Chrone. Si Thron isch ds’Chrüz u sini Chrone isch us d’Orne. Während dr Thornbusch sini Stachle gäge usetreit u drmit angeri verletzt, wo ihm z’nochchöme nimmt dä König d’Urne i sich uf. Sini Chrönig isch schmerzhaft, e Verspottig u komplett ohni Ruum und Ehre. U sini Intronisation isch d’Krüzigung. U vo däm säge mir Christinne u Christe, er isch dr König vo de Könige. Während dr Dornbusch i dr Jott Amfable sini Dorne, sini Stachle aggressiv gäge angeri richtet und ne adroht, we sie ihm nid folge, wird dr Chünig vo de Chünige mit Dorne krönt. Er bruucht se nid, um angeri z’verletze, sondern ihm z’liide, wo die Stachle symbolisiere, i sich uf. Das isch e verruckti Gschicht, liebi Gmeind. U die verruckti Gschicht dient üs aus Vorbild, will mir üs Gedanke zu Chünigtum, zu Macht und Herrschaft mache. Hei mer ire Machtposition d’Stachle gäge use oder gäge ihne? Setze mer Mönsche i üsne Regierige ii, wo Stachle gäge use oder gäge ihne hei. Die Gschicht vo däm Chünig, vo de Chünige erinneret üs o a das, u i wotts nid vergässe, dass es Stachle git. Vilech serigi, wo mir no bevorste, woni itz no gar nüt drvo weiss. U i wott nid vergässe, dass es Mönsche git, wo grad itz, i däm Momänt, e Stachel i ihrem Läbe hei, wo se achedrückt u vilech sogar kaputt macht. Mönsche, nid wo Macht hei oder die usnütze. I wott vor däm d’Ouge nid zuetue. Drum isch dr Karfritig o ne Erinnerigstag a das. U söll mer dene Mönsche, wo itz die Stachle i ihrem Läbe hei, wome weh tue, söll mer dene eifach säge, nimm dis Chrüz uff di, itz muesch halt liide? Nei, wöu de würds liide zumne Sälbstzwäck. Liide, im Liide, Liide als Wäg zur Erlösig, das isch nid die christlechi Story, das isch nid die christlechi Gschicht. Nid im Liide ligt Erlösig, sondern im Sterbe und Uferstah vo Jesus Christus. Drum wotti o i der Hoffnig läbe, dass die Stachle u der Tod nid s’letschte Wort hei. Die christlichi Gschicht ändet nid mit em Chrüz u de Dorne u de Stachle, sondern geit wiiter i d’Uferstehig. I wott us u mit dere Hoffnig uf die Stachle u Dornbüsch luege, wo mer im Läbe begägnet. Und im Glaube wott i druf hoffe, dass sie nid unüberwundbar si. Nid wüu Iise chönd überwinde, sondern wüu d’Äse überwunde het, wo am Chrüz gstorbe und ar Ostere uferstange isch. Amen.
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Und hier müsste nun das Predigtskript rein…
Predigt lesen – Deutsch
Hier kommt das Predigtskript….
Predigt 2
Predigt 3
Predigt 4
Predigt 5
Predigt 6
Predigt 7
Texte III
Hier findest du meine Texte.
Text 1
Text 2
Kolumne III
Schöner wärs
Medien III
- 8. Juni 2025 – “Was wird an Pfingsten gefeiert?”
Tele BärnZum Beitrag(Video) - 20. April 2025 – “Osterlachen in der Berner Markuskirche”
TeleBärnZum Beitrag(Video) - 17. April 2025 – “Osterlachen – Hauptstadt-Brief #453
HauptstadtZum Beitrag - 17. April 2025 – “Wir bewegen uns zwischen Chaos und Ordnung”
HauptstadtZum Beitrag - 30. März 2024 – “Witze in der Kirche”
Radio SRFZum Beitrag(Audio) - November 2023 – “Der Tod hat nicht das letzte Wort”
Gewa Magazin “Gewagt”Zum Beitrag - 7. April 2023 – “Ich ‘schnurre’ einfach gerne”
Berner Zeitung/BundZum Beitrag - 2. Dezember 2022 – “Tut mein Fuss weniger weh, wenn jemand unabsichtlich drauf tritt?”
Berner ZeitungZum Beitrag - 2022 – “Paare brauchen Rituale”
Ernst MagazinZum Beitrag - 13. Mai 2021 – “Mehr als nur Ausflüge: Auffahrt”
Tele BärnZum Beitrag(Video) - 2020-2022 – “Nachgefasst – das “Fübi-Gespärch”
Gespräche an der Unfassbar mit Pedro Lenz, Steff la Cheffe, Tinu Heiniger, Shirley Grimes, Franz Fischlin u.v.m.Zum Kanal
Agenda III
| Datum | Kirche | Zeit | Info |
| 31.5.2026 | Ostermundigen | 10.00 Uhr | Gottesdienst Adresse |
| 21.6.2026 | Ostermundigen | 10.00 Uhr | Gottesdienst Adresse |
| 4.7.2026 | Zollikofen | 17.00 Uhr | Gottesdienst Adresse |
Kontakt III
Tobias Rentsch
tobias@rentsch.net
+41 79 935 16 90